Die aramäische Sprache ist eine nordwestsemitische Sprache, die zur afroasiatischen Sprachfamilie gehört. Sie ist eng mit dem Hebräischen und Arabischen verwandt, entlehnte zahlreiche Wörter aus dem Persischen und Griechischen und gilt als die vokalärmste semitische Sprache. Aramäisch ist in erster Linie eine historische Sprache, die ihre Bedeutung hauptsächlich aus ihrer Geschichte bezieht. Das sogenannte Neu-Aramäisch wird heute nur noch – überwiegend von Christen – in Syrien und vereinzelt im Iran, Irak, Libanon und in der Türkei gesprochen. Die Zahl der Sprecher wird auf ungefähr 300.000 geschätzt.

Das Aramäische ist bis ins zweite Jahrtausend v. Chr. bezeugt und nach dem Chinesischen und Griechischen die älteste noch gesprochene Sprache der Welt. Ab 1000 v. Chr. verdrängte es die Sprachen Babyloniens, Assyriens, Syriens und Palästinas, verbreitete sich über den gesamten Orient und entwickelte sich zur Verkehrssprache des Nahen Ostens. Im persischen Reich war es Verwaltungs- und Kanzleisprache, in Palästina verdrängte es das Hebräische als gesprochene Sprache der Juden. Die aramäische Schrift, die sich aus der phönikischen Konsonantenschrift ableitete, wurde von Kleinasien bis nach Indien verwendet – Teile der christlichen Bibel und der rabbinischen Literatur wurden auf Aramäisch geschrieben. Mit der Ausbreitung des Arabischen wurde im 7. Jahrhundert n. Chr. die aramäische Umgangssprache zurückgedrängt. Sie erhielt sich in verschiedenen Dialekten als Sprache christlicher Gemeinden in abgelegenen Regionen.

Aramäische Sprache, Schrift und Kultur sind Forschungsgegenstand nicht nur der orientalischen Linguistik, sondern auch unterschiedlicher Disziplinen der Geschichts- und Kulturwissenschaften.

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