Die litauische Sprache ist Amtssprache der Republik Litauen; sie wird dort von knapp drei Millionen Menschen gesprochen. Auch in Polen, Weißrussland, Lettland und Russland gibt es litauischsprachige Menschen. Die Zahl der Sprecher insgesamt liegt bei vier Millionen.

Litauisch gehört wie das Lettische zu den baltischen Sprachen der indogermanischen Sprachfamilie. Vorgeschichtlich stand es dem Slawischen nahe und ist auch den indischen Sprachen der indogermanischen Sprachfamilie verwandt. Es hat zahlreiche altertümliche Elemente bewahrt, die für die Erforschung der indogermanischen Sprachen bedeutend sind. Es gibt zwei große Dialektgruppen – im Nordwesten wird Niederlitauisch („Zemaitisch“), im Süden, Südosten und Osten Hochlitauisch („Aukschtaitisch“) gesprochen. Die Schriftsprache hat sich aus dem südwestlichen Hochlitauisch entwickelt; schriftlich ist Litauisch seit Beginn des 16. Jahrhunderts bezeugt.

Das Litauische ist eine flektierende Sprache – das heißt, Wortbeziehungen im Satz werden durch Beugung der Wörter ausgedrückt. Die grammatikalische Struktur ist vielschichtig mit sieben Fällen, zwei Genera und – zumindest literarisch noch – drei Numeri (Singular, Plural und Dual), das Verb kennt zahlreiche Partizipien. Kennzeichnend für die litauische Sprache sind viele Doppellaute (Diphthonge) und die steigende und fallende Tongebung, die auch das Lettische besitzt. Der Wortschatz enthält neben dem ererbten Wortgut Entlehnungen aus den slawischen und germanischen Sprachen. Anglizismen werden abgelehnt, ausländische Bezeichnungen ins Litauische umgesetzt. Litauisch wird in lateinischen Buchstaben mit Sonderzeichen, die Aussprache und Betonung wiedergeben (diakritische Zeichen), geschrieben.

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